Frage: Wann sollte ein Prakt. Arzt spätestens auf Insulin umstellen ?
Gibt es Laborparameter, die auf einen absoluten Insulinmangel hinweisen ?
Antwort: Die meisten Patienten sind am Anfang ihrer Erkrankung übergewichtig.
Ein zunehmender Insulinmangel ist erkennbar an Gewichtsabnahme und hohen Blutzuckerwerten trotz guter Diätdisziplin.
Bleibt das HbA1c trotz aller Bemühungen längere Zeit über 8% so sollte eine Insulintherapie erwogen werden.
Frage: Soll das heißen, daß bei HbA1c über 8 % kein Weg an Insulin vorbeiführt?
Antwort: Insulin ist dann unbedingt erforderlich, wenn eine Kombination von Metformin (Glucophage) mit einem Sulphonylharnstoffpräparat oder einem Glinid (Starlix) nicht zu dem gewünschten Hb A1c führt.
Verschiedene Studien zeigen allerdings sehr günstige Effekte der Kombination von Insulin mit Metformin.
  Potentielle Vorteile: HbA1c um 1 bis 2 % niedriger.
Gewichtszunahme um 3 bis 5 kg geringer.
Insulineinsparung um 30 %.
Frage: Wie erfolgt in diesem Fall die Verabreichung?
Antwort: Metformin morgens und abends. Insulingabe je nach Therapieregime.
Frage: Gibt es ein Alterslimit für Metformin?
Antwort: Kein gesetzliches seit der UKPDS-Studie.
Allerdings sollten biologisch alte Menschen, die unverlässlich sind kein Metformin nehmen.
Frage: Ab welchem BMI empfehlen Sie Metformin?
Antwort: Der Vorteil von Metformin ist ab einem BMI über 27 im Vergleich zu anderen Antidiabetika eindeutig gesichert.
Wahrscheinlich profitieren auch Patienten mit einem BMI von 26 und 27 von diesem Therapieprinzip.
Bei schlanken Patienten ohne Insulinresistenz ist Verabreichung von Metformin pathophysiologisch weniger abgesichert.
Antwort: Bei allen übergewichtigen Patienten ist als Initialtherapie Metformin anderen Medikamenten überlegen.
Frage: Optimale Dosierung von Glucophage?
Antwort: Es gibt dazu eine sehr gute Studie zur Dosiswirkungsbeziehung.
Ein maximaler Effekt wird bei ca. 2 g erreicht.
Darüber ist eine Wirkungszunahme relativ gering, während die Nebenwirkungsrate deutlich zunimmt.
850 mg pro Tag ist in den meisten Fällen zuwenig wirksam.
Frage: Welche ist die beste Einnahmezeit für Glucophage
bei 2-3x/die ?
Antwort: In der Früh nach dem Frühstück (wird besser vertragen als im Nüchternzustand) abends nach dem Abendessen oder vor dem Schlafengehen.
Frage: Wie hoch würden Sie bei einem Typ 2 b Diabetiker unter 60 Jahren Glucophage dosieren?
Antwort: In der Regel reichen 2 mal 850 mg pro Tag.
Gelegentlich kann eine dreimal tägliche Verabreichung von je 850 mg versucht werden.
Prinzipiell sollten Menschen mit einem Kreatinin über 1,4 mg/dl kein Metformin erhalten.
Bei Frauen sollte aufgrund der geringeren Muskelmasse bereits ab 1,3 mg/dl Kreatinin kein Metformin verabreicht werden.